Historie

Was machen Familien …

… die drin­gend einen Kin­der­gar­ten­platz benö­ti­gen und von der Stadt nur ver­trös­tet wer­den? – Sie suchen Mit­strei­ter und orga­ni­sie­ren sich pri­vat, wie die „Eltern­in­itia­tive Ham­pel­mann“, die sich im Herbst 1987 zusammenschloss.

Als erste gemein­same Aktion wur­den geeig­nete Räum­lich­kei­ten gesucht, die sowohl den Vor­stel­lun­gen der Initia­tive als auch den For­de­run­gen des Land­schafts­ver­ban­des Rhein­land genüg­ten. Gleich­zei­tig wur­den Ver­hand­lun­gen mit den zustän­di­gen Gre­mien der Stadt über die Trä­ger­schaft und Finan­zie­rung geführt. Diese debat­tierte ihrer­seits schon län­ger über den Bau einer immer­hin schon seit 1984 geplan­ten Tages­stätte in Hennef-Warth. Eine Trä­ger­schaft durch einen pri­va­ten Ver­ein kam zu die­sem Zeit­punkt für die Stadt­vä­ter aber noch nicht in Frage.

1988 wird die Initia­tive als gemein­nüt­zi­ger Ver­ein und Trä­ger der freien Jugend­hilfe aner­kannt und vom Pari­tä­ti­schen Wohls­fahrts­ver­band betreut.

Von Anfang an hat die Initia­tive es mit Wid­rig­kei­ten zu tun:

Zunächst lehnt die Kreis­ver­wal­tung Sieg­burg die in Uckerath-Bierth gefun­de­nen, und vom Land­schafts­ver­band geneh­mig­ten Räum­lich­keit mit dem Argu­ment ab, dass in Uckerath der Deckungs­grad an Kin­der­gar­ten­plät­zen bereits erreicht sei. Die Initia­tive solle Räum­lich­kei­ten in Hennef-Ort nachweisen.

Gleich­zei­tig kommt es im Stadt­rat zu par­tei­po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die zukünf­tige Kin­der­gar­ten– und Schul­po­li­tik der Stadt und die mög­li­che Trä­ger­schaft einer Kin­der­ta­ges­stätte durch eine Initia­tive. Viele trauen einer Pri­vat­in­itia­tive nicht zu, eine drei­grup­pige Kin­der­ta­ges­stätte betriebs­wirt­schaft­lich zu verwalten.

Es dau­ert noch bis 1989, eine Zeit in der die Eltern lan­gen Atem und viel Gesprächs– und Kom­pro­miss­be­reit­schaft zei­gen müs­sen, um die Poli­ti­ker zu überzeugen.

DSC05373Die „Ham­pel­män­ner“ set­zen sich aber durch und leis­ten kom­pe­tente Vor­ar­beit in allen päd­ago­gi­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Fra­gen und zei­gen erfolg­rei­che Verhandlungsstrategie.

Im Früh­jahr 1989 kommt der Stadt­rat end­lich zu einer Ent­schei­dung und geneh­migt den Bau einer drei­grup­pi­gen Kin­der­ta­ges­stätte in der Warth direkt neben der Grund­schule. Da es im Jahr 1989 keine Zuschüsse für den Bau des Kin­der­gar­tens gibt, schla­gen Stadt­di­rek­tor Karl Kreuz­berg und Sozi­al­amts­lei­ter Ulrich Grö­schen mit Unter­stüt­zung des Land­schafts­ver­ban­des vor, den Bau vor­zu­fi­nan­zie­ren und an einen Ver­ein zu ver­mie­ten. Die­ser Miet­ver­trag würde spä­ter, wenn der neue Trä­ger mit sei­nen För­der­mit­teln in der Lage ist, das Haus zu kau­fen, durch einen Erb­bau­rechts­ver­trag abgelöst.

Als Fer­tig­stel­lungs­ter­min für den Kin­der­gar­ten wird der 31. Mai 1990 angesetzt.

Sta­tis­ti­sches:

  • Bau­zeit 6,5 Monate
  • Grund­stein­le­gung: 25.11.1989
  • Eröff­nung: 1. Juni 1990
  • Kauf des Gebäu­des: 1995
  • Bau­kos­ten: 1,34 Mil­lio­nen DM
  • Nutz­flä­che: 509 m²
  • Außen­ge­lände mit Gebäude: 2.090 m²

Auch heute hat die Eltern­mit­ar­beit im Ham­pel­mann immer noch erste Prio­ri­tät. In Arbeits­grup­pen in den ver­schie­dens­ten Berei­chen sor­gen Eltern für die Instand­hal­tung des Gebäu­des und des Außengeländes.

In Vor­stand, Eltern­bei­rat und Rat der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung über­neh­men die Eltern ehren­amt­lich Ver­ant­wor­tung für die Betriebs– und Geschäfts­füh­rung, für die Belange des päd­ago­gi­schen Per­so­nals und die Wei­ter­ent­wick­lung der päd­ago­gi­schen Konzeption.

Ohne enga­gierte Eltern­ar­beit wäre eine Eltern­in­itia­tive in unse­rer Grö­ßen­ord­nung mit rund 60 Fami­lien und 8 päd­ago­gi­schen Kräf­ten kaum denkbar.